Gemeinsame Pressemitteilung bzgl. der geplanten Schließung der ÄBD-Zentrale in Bad Schwalbach der GRÜNEN-, SPD- und SWA-Fraktionen Bad Schwalbach

Die von der KV Hessen jüngst angekündigte Schließung der ÄBD (Ärztlicher Bereitschaftsdienst)-Zentrale (am ehemaligen Kreiskrankenhaus) in Bad Schwalbach werten die GRÜNE-, SPD- und SWA-Fraktionen Bad Schwalbach als Angriff auf die medizinische Infrastruktur der Kreisstadt.

„Die in einem Schreiben an ihre Mitglieder im ÄBD-Bezirk Untertaunus vom 20.07.2026 getätigte Äußerung, dass „die Versorgung der Patientinnen und Patienten [….] zukünftig durch die benachbarten Standorte in Wiesbaden, Idstein und Rüdesheim sowie durch den weiterhin bestehenden Hausbesuchsdienst [erfolgt]“ ist nicht nur ein Hohn für die Patient*innen, sondern auch für die hier niedergelassenen Hausärztlichen Praxen, deren Belastung durch den angekündigten Schritt noch weiter steigen dürfte“, so Peter Neugebauer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN-Fraktion und selbst niedergelassener Allgemeinmediziner in Bad Schwalbach. 

Dabei ist es nicht nur erstaunlich, dass die KV Hessen in vorauseilendem Gehorsam die medizinische Infrastruktur der Kreisstadt weiter abbaut (bevor der Landtag ein entsprechendes Gesetz überhaupt beschlossen hat), sondern auch, dass anlässlich der Schließung der Helios-Klinik 2018 nicht nur seitens des Helios-Konzerns die hiesigen Einwohner*innen mit dem Verbleib der ÄBD-Zentrale in Bad Schwalbach vertröstet wurden. Laut Dr. Lea Heltsche, GRÜNE Fraktionsvorsitzende und angestellte Ärztin in Taunusstein „ist [es] einfach nicht hinnehmbar, dass erst 2018 das Bad Schwalbacher Kreiskrankenhaus geschlossen wird, und jetzt, keine 10 Jahre später, auch noch die Schließung der ÄBD-Zentrale hinter verschlossenen Türen beschlossen wird, augenscheinlich ohne, dass die Kreis- oder Stadtpolitik darüber im Vorfeld informiert oder in Entscheidungsprozesse eingebunden wird“. Dass die ÄBD-Zentralen ausgerechnet an den Standorten geschlossen werden sollen, die ohnehin nicht mehr über Krankenhäuser mit Notaufnahmen verfügen, ist unverständlich.

„Des Weiteren bedeutet der Wegfall einer so zentralen ÄBD Anlaufstelle eine deutliche Mehrbelastung für die Rettungsdienststrukturen, sodass Rettungsmittel gebunden werden, die dann für akute Notfälle nicht mehr oder erst zeitverzögert zur Verfügung stehen. Dies gefährdet die flächendeckende medizinische Notfallversorgung.“, so Dr. Steffen Heltsche, GRÜNES Magistratsmitglied und selbst als Notarzt in Bad Schwalbach und Umgebung tätig. 

Die angekündigte Schließung der Notdienstzentrale in Bad Schwalbach in der jetzigen Form muss mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden! Diesbezüglich stellt die GRÜNE-Fraktion in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 10.08.2026 einen Antrag, der den Magistrat und die Bürgermeisterin auffordert, umgehend alles in ihrer Macht stehende zu tun, um der Schließung entgegen zu wirken. Dies muss natürlich Gespräche mit der KV-Hessen, aber auch ein Einsetzen für den Verbleib auf Kreis- und Landesebene beinhalten. SPD- und SWA-Fraktionen begrüßen dies.

„In dieser Zuspitzung der ärztlichen Minderversorgung in Nacht- und Wochenendzeiten sehen auch wir eine ernstzunehmende Bedrohung“, so auch Lucas Langner, Fraktionsvorsitzender der SWA Bad Schwalbach, „wir begrüßen daher zielführende Gespräche außerhalb des Parteipolitischen Klein-Kleins der letzten Wochen“.

„Mit Freude sehen wir, dass auch die CDU Bad Schwalbach zu diesem Thema einen Antrag in die nächste STVV einbringt, hier bedarf es dem Schulterschluss der Fraktionen und einem engen, abgestimmten Vorgehen.“, so Heltsche, Langner und Albrecht (Fraktionsvorsitzender der SPD) einhellig. 

Rede unserer Fraktionsvorsitze…